Vertrauen ist gut

Die gute Nachricht zuerst: Ich lebe noch.😉

Die Schlechte: Welz ist nach wie vor auf der Flucht, aber ich war dann wider Erwarten doch nicht ganz allein mit meiner Paranoia, wie diese Funkmeldung der TAZ beweist:

Für die ohne Adleraugen unter euch:

„Z.A.A. Polizei informiert, dass der Taximörder vom Bodensee flüchtig ist, bittet um äußerste Vorsicht. Hinweise an jede Polizeidienststelle!!!“

Aber back to topic: Vertrauen ist gut. Ohne Kontrolle zwar nicht uneingeschränkt zu empfehlen, aber mir hat es heute drei ungewöhnliche Fahrten beschert:

Als ich gerade am Flughafen meinen Fahrgast ausquartiert habe und wieder einsteigen will, tritt ein Mann an meine Fahrertür – mit einem Messer in der Hand.

[Dramatische Pause!]

Einem Schweizer Taschenmesser mit Perlmuttschale im Wert von über 300 €, um genauer zu sein. Ich möge es für einen Zwanziger doch bitte bei ihm Zuhause in den Briefkasten werfen, da das Gepäck schon aufgegeben sei und es im Handgepäck ein bisschen schwierig werden könnte. In der Tat, so ein klitzekleines bisschen.😀

Auf meine Frage, warum er damit nicht den Taxifahrer beauftragt hat, der ihn eben schon zum Flughafen brachte, kam die politisch nicht ganz so korrekte Antwort:

„Nee, echt nicht, der sah aus wie Osama!“

(Verschwörungstheoretiker dürfen sich freuen.)

Natürlich habe ich das Messer ordnungsgemäß eingeworfen und nicht einmal überprüft, ob mit einer der zig Funktionen nicht etwa das Türschloss zu knacken und die Bude in aller Ruhe leerzuräumen gewesen wäre. Ebenso wenig habe ich den Schein eingesteckt und das Teil in den nächsten Mülleimer geworfen. Oder bei eBay verhökert. Oder Mami zum Muttertag geschenkt.😉

Als Nächstes durfte ich einen Mercedes-CLS-Ersatzschlüssel quer durch Stuttgart fahren, weil Frau den Hauptschlüssel in den Gulli fallen ließ und Mann lieber Zuhause weiter grillen wollte.

Und zu guter Letzt wollte mich eine Alkoholikerin zur Tankstelle schicken, um ein paar Flaschen Korn zu besorgen. Sie ließ sich partout nicht zum Mitfahren überreden, wie das beim Taxifahren für gewöhnlich so üblich ist.

„Ähm … (Gewissen versus „Wenn Du es nicht machst, macht es halt ein anderer und verdient daran“) … okay, ich bräuchte dann das Geld.“

Sie reicht mir eine Kreditkarte.

„Damit können Sie zwar nachher die Fahrt bezahlen, aber den Alkohol in der Tankstelle nicht, weil man dafür Ihre Unterschrift braucht.“

Sie reicht mir eine EC-Karte.

„Das funktioniert so leider auch nicht, ich brauche schon Bargeld.“

Sie wird zunehmend gereizter:

„Warum nicht!?! Ich hab Ihnen hier doch extra meine PIN aufgeschrieben, die anderen Taxifahrer machen das auch immer!!!“

Huiuiui. An ihrer Stelle würde ich mal die Kontoauszüge überprüfen, ob da nicht vielleicht noch ein paar Liter Diesel mitabgebucht wurden. Wir haben das Problem dann so gelöst, dass ich aus eigener Tasche bezahlt habe und sie am Ende den Fahrpreis plus meine Auslagen mit Kreditkarte. Zu dieser Variante habe ich ihr mal besser für die Zukunft geraten, wenngleich bezweifelt werden darf, dass das alle Kollegen anstandslos mitmachen.

Und als ich kurz vor Feierabend wie so oft am Méridien stehe, sichte ich schon wieder einen Promi, yay!

Oder vielmehr hat mich ein Promi gesichtet und ich habe mangels Sehhilfe erst mit zusammengekniffenen Augen böse zurückgestiert, bis mir auffiel, dass es sich hier um Wladimir oder Vitali – Tendenz zu Letzterem, aber wer kann die schon auseinander halten? – Klitschko handelt. Dann hab ich natürlich schlagartig (höhö) nett geguckt, bevor er sich noch angepöbelt fühlt und mir auf die Nase haut.😀

Hach, was ein aufregender Tag! Und endlich konnte ich mal wieder bloggen.

8 Antworten zu Vertrauen ist gut

  1. Dennis M. sagt:

    Ich bin begeistert über die roten Korrekturen. Muss gleich mal was von J. Franzen lesen.😀

    Zum Thema Schlüssel: man muss halt Prioritäten setzen, ich hätte mich heute auch nicht vom grillieren der vielen Rippchen und Steaks abhalten lassen.😉

    • Mia sagt:

      Danke!😉 Hat sich ja herausgestellt, dass er nicht mal ansatzweise in der Nähe war (was 75% meiner letzten zwei Beiträge praktisch überflüssig macht), aber besser so als andersrum.

  2. Auf falscher Eitelkeit die Spekuliereisen weggelassen? So wird das nix mit der passionierten Promistalkerin.😉

    • Mia sagt:

      Ich sehe schon, ich vermittle einen völlig falschen Eindruck.😀 Aber ich meine, wenn man schon mal so jemanden sieht…!

      Und von wegen Eitelkeit, entweder sie rutscht oder ich krieg Kopfweh. Noch brauch ich sie wirklich nur zum Autofahren.😉

  3. Sebastian sagt:

    Er ist gefasst!

    Jetzt können wir Wieslocher Taxler wieder durchatmen!

    Grüße aus Baden!

    Sebastian

  4. Mariha sagt:

    Ihre Ware bei dir mit zu zahlen ist vielleicht recht einfach, allerdings wird es dann doch als Umsatz gebucht, oder? Zumindest kostet jede Transaktion über das Gerät deinen Chef irgendwie 5(?)% des Abbuchungspreises.

    • Mia sagt:

      Jep, 4% bei uns – die paar Cent hab ich dann halt wieder rausgerechnet. Ich hab aber sowieso nicht vor, regelmäßig vorzustrecken und mit viel Glück sehe ich diese Dame auch nicht wieder.

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